Budget 2026 und Steuerfuss 96 % (bisher)

Diese Ausgabe der Botschaft enthält die wesentlichen Informationen zur Gemeindeversammlung in Kurzform. Auf detaillierte Angaben müssen Sie selbstverständlich nicht verzichten: Sämtliche Unterlagen finden Sie auf unserer Homepage. Zudem stellt Ihnen die Schulverwaltung auf Wunsch gerne eine gedruckte Version zur Verfügung.

Das Budget 2026 der Volksschulgemeinde Erlen steht erneut im Zeichen wachsender Schülerzahlen, erweiterter Angebote und neuer Infrastruktur. Die Gesamtrechnung weist ein negatives operatives Ergebnis von CHF – 246’450 aus. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Positionen.

Die Behörde hat das Budget gemeinsam mit den Lehrpersonen und der Geschäftsleitung im üblichen Rahmen sorgfältig erarbeitet. Dabei wurde darauf geachtet, die Aufwände so weit wie möglich zu reduzieren, ohne die Qualität der Schule zu beeinträchtigen.

Das Budget basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 96 %. Dank der hohen Eigenkapitalreserve von gut CHF 6,97 Mio. per Ende 2024 ist der ausgewiesene Aufwandüberschuss für die Schule tragbar.

Die Schule Erlen bleibt jedoch weiterhin stark von den kantonalen Finanzausgleichsleistungen abhängig. Ein Zusammenhang ist klar: Höhere Steuererträge führen automatisch zu tieferen Ausgleichsleistungen, tiefere Steuererträge entsprechend zu höheren Ausgleichsbeiträgen.

Zurzeit besuchen insgesamt 628 Schülerinnen und Schüler die Volksschulgemeinde Erlen. Die Verteilung auf die verschiedenen Zyklen und Standorte gestaltet sich wie folgt:

Zyklus I – Kindergarten
Im Kindergarten werden 103 Kinder in sechs Abteilungen an fünf verschiedenen Standorten unterrichtet.
Für das laufende Schuljahr wurden fünf Kinder von ihren Eltern um ein Jahr zurückgestellt. Diese werden im kommenden Schuljahr in den Kindergarten eintreten.

Zyklus I (1./2. Klasse) und Zyklus II
In den Stufen der 1./2. Klassen sowie im Zyklus II besuchen insgesamt 335 Kinder den Unterricht.
Die Schülerinnen und Schüler sind auf zwölf Pädagogische Teams verteilt und werden an fünf Standorten unterrichtet.

Zyklus III
Der gesamte Zyklus III ist am Schulstandort Erlen zusammengefasst.
Hier besuchen 190 Schülerinnen und Schüler in drei Jahrgängen den Unterricht.

Damit ergibt sich ein umfassendes und vielfältiges Bildungsangebot, das auf mehrere Standorte verteilt ist und den Bedürfnissen der Kinder in den unterschiedlichen Entwicklungsstufen gerecht wird.

Die Volksschulgemeinde Erlen dankt allen Eltern, Lehrpersonen und Mitarbeitenden für ihr grosses Engagement und den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern für die kontinuierliche Unterstützung unserer Schule.

Betrieblicher Aufwand

1 Personalaufwand
2 Sachaufwand
3 Abschreibung Verwaltungsvermögen
4 Einlagen in Fonds
5 Transferaufwand
6 interne Verrechnung

0%
nettoverschuldungsquotient

Betrieblicher Aufwand

Personalaufwand
Mit CHF 9’833’374 (69,8 % des Gesamtaufwands) stellt der Personalaufwand den grössten Kostenblock dar. Gegenüber dem Budget 2025 ergibt sich eine Erhöhung um CHF 33’005.

Die wichtigsten Veränderungen für 2026 sind:

  • Infrastruktur: Mehr Hauswart- und Reinigungsarbeiten durch die Fertigstellung des Kreativhauses und der alten Turnhalle.
  • Zyklus II und III: Mehr Lehrpersonen infolge steigender Schülerzahlen.
  • Familienergänzende Betreuung „colori“: Ab Sommer 2026 werden Betreuungsplätze für Kleinkinder angeboten.

Die Lohnrunde 2026 des Kantons ist noch offen. Das Budget basiert auf der Annahme einer generellen Erhöhung von 0,3 %.

Das Budget für die Familienergänzende Betreuung „colori“ ist im Gesamtaufwand der Schule enthalten. Das heisst, die Kosten für den Personalaufwand beim „colori“ sind ebenfalls im Budget berücksichtigt – was sich jedoch durch die Übernahme der Kosten durch die Politische Gemeinde neutralisiert.

Sachaufwand
Der Sachaufwand beträgt CHF 2’080’475 (14,8 % des Gesamtaufwand) und liegt damit CHF 208’364 über dem Vorjahr. Er umfasst unter anderem:

  • Material- und Warenaufwand
    Büro-, Betriebs- und Verbrauchsmaterial, Drucksachen, Publikationen, Fachliteratur, Zeitschriften, Lehrmittel, Lebensmittel, Medizinisches Material, übriger Material- und Warenaufwand
448’740
  • Versorgung und Entsorgung
    Strom, Gas, Abfall
306’175
  • Dienstleitungen und Honorare
    Dienstleistungen Dritter (Porto, Dolmetscher, Vorschulische Sprachförderung, Telefonkosten, Internetanschlüsse usw.), Honorare übriges Förderangebot und übrige Honorare, Sachversicherungsprämien, Honorare privatärztliche Tätigkeit, Steuern und Abgaben
451’300
  • Baulicher Unterhalt
    Unterhalt an Grundstücken, Unterhalt Hochbauten, Gebäude
288’855
  • Mieten, Leasing, Pachten, Benützungsgebühren
    Miete und Pacht Liegenschaften (inkl. Benützungskosten Mobilien), Raten für operatives Leasing (Kopierer/Drucker), Software-Lizenzen
155’695

Im Budget für den baulichen Unterhalt ist die Spielplatzerneuerung in Andwil mit einem Betrag
von CHF 40’595 eingerechnet.

Abschreibungen Verwaltungsvermögen
Die Abschreibungen betragen im Budget 2026 insgesamt CHF 1’301’096. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

  • Hochbauten: CHF 1’137’495. Dies entspricht einer Zunahme um CHF 354’715 gegenüber dem Vorjahr. Erstmals fallen hier die Abschreibungen für das neue Kreativhaus sowie für die renovierte Turnhalle an.
  • Technische Anlagen: CHF 73’299. Dieser Wert entspricht dem Vorjahresniveau.
  • Informatik-Hardware: CHF 90’302. Der Bedarf liegt um CHF 25’877 höher als im Vorjahr.

Die zusätzlichen Abschreibungen spiegeln die Investitionen der letzten Jahre in moderne und zweckmässige Infrastruktur wider, die den Schülerinnen und Schülern langfristig zugutekommt.

Transferaufwand
Mit CHF 116’475 liegt dieser Posten CHF 66’925 tiefer als im Vorjahr. Dieser setzt sich hauptsächlich aus dem Schulgeld für Einzelleistungen (fremdsprachige Kinder besuchen eine Einführungsklasse, Psychomotoriktherapien), die Steuerbezugsprovision und übrige Entschädigungen an andere Gemeinden (z. B. Druck und Versand der Stimmrechtsausweise) sowie Beiträge an private Organisationen ohne Erwerbszweck zusammen.

Interne Verrechnungen
Die der Sonderrechnung (Funktion 2150) belasteten Aufwände werden via interne Verrechnungen auf die drei Zyklen und die Verwaltung aufgeteilt.

Interne Verrechnungen sind nicht ergebniswirksam. Sie werden durch die entsprechende Position auf der Ertragsseite ausgeglichen.

Betrieblicher Ertrag

Fiskalertrag
Der Steuerertrag wird auf CHF 7’326’000 budgetiert. Da er massgeblich den Finanz- und Lastenausgleich beeinflusst, bleibt er eine zentrale, aber unsichere Grösse.

Diese Prognose wurde in enger Absprache mit beiden politischen Gemeinden erstellt. Die Steuerentwicklung hat eine unmittelbare Auswirkung auf den Finanz- und Lastenausgleich:

  • Höhere Steuereinnahmen führen zu tieferen Ausgleichszahlungen.
  • Tiefere Steuereinnahmen bedingen höhere Ausgleichsleistungen.

Entgelte
Die Entgelte betragen CHF 258’960. Darin enthalten sind unter anderem:

  • Elternbeiträge für die Betreuung „colori“ (CHF 137’000)
  • Beiträge für Flötenunterricht, Klassenlager und Hausaufgabenhilfe
  • Mieten für Schulräume und Rückerstattungen Dritter

Verschiedene Erträge
In diesem Posten sind die Einnahmen (Ticketverkauf, Catering) des Musicals sowie die Sponsorenbeiträge der 3. Klasse im Zyklus III budgetiert.

Transferertrag
Die Hauptposition des Transferertrags sind die Finanzausgleichsleistungen des Kantons. Massgebliche Berechnungsgrössen dafür sind einerseits die Schülerzahlen sowie die Steuerkraft und andererseits die kantonalen Pauschalansätze.

Die Finanzausgleichsbeiträge basieren auf denselben Schülerzahlen wie die Berechnungen für den Personalaufwand und dem budgetierten Steuerertrag.

Ein weiterer grosser Posten ist der Ausgleich der Politischen Gemeinde Erlen für die Familienergänzende Betreuung „colori“ (CHF 332’385).

Der Transferertrag beinhaltet ausserdem die Grundstückgewinnsteuern, die Entschädigungen von anderen Gemeinden (hauptsächlich Schulgelder von Schülerinnen und Schüler aus Buchackern, Betriebskostenbeitrag der Politischen Gemeinde Erlen für die Aachtalhalle), Direktzahlungen des Kantons für die integrative Sonderschulung und die Begabtenförderung (Thurgauer Unihockey Schule Erlen).

Interne Verrechnungen
Die internen Verrechnungen sind nicht ergebniswirksam. Sie neutralisieren die entsprechende Aufwandposition.

Gestufte Erfolgsrechnung

Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit
Der erwartete betriebliche Ertrag beläuft sich auf CHF 13’802’815 und ist um CHF 420’394 höher als im Vorjahresbudget. Der erwartete betriebliche Aufwand beträgt CHF 13’801’025. Das zu erwartende positive Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit beläuft sich auf CHF 1’790.

Ergebnis aus Finanzierung
Für die Finanzierung sind im Jahre 2026 Nettoaufwände von CHF 275’430 budgetiert.

In diesem Posten sind die Verzugszinsen auf Steuerguthaben und die Pacht- und Mietzinsen der Liegenschaften im Verwaltungsvermögen budgetiert. Der Grösste Aufwand liegt in der Verzinsung der langfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Ausserordentliches Ergebnis
Beim ausserordentlichen Ertrag wird die Auflösung der Vorfinanzierungen des Brandschutzes und der Schliessanlage in Andwil sowie des Kreativhaus gebucht.

Operatives Ergebnis/Gesamtergebnis
Die Ergebnisse aus betrieblicher Tätigkeit, aus der Finanzierung sowie dem ausserordentlichen Ertrag ergeben zusammen das operative Ergebnis von –CHF 246’450.

Fazit
Die Volksschulgemeinde Erlen investiert weiterhin in moderne Infrastruktur, zusätzliche Betreuungsangebote und eine qualitativ hochwertige Ausbildung für unsere Kinder. Diese Entwicklungen führen zwar zu höheren Aufwänden, sie stärken jedoch langfristig die Attraktivität unserer Schule und die Zukunftschancen der Schülerinnen und Schüler.

Das Budget 2026 zeigt eine weiterhin solide Finanzlage, die dank der Eigenkapitalreserven verkraftbar bleibt. Gleichzeitig machen die steigenden Abschreibungen sowie die Abhängigkeit vom kantonalen Finanzausgleich deutlich, dass die finanzielle Entwicklung auch künftig aufmerksam zu beobachten ist. Die Behörde wird weiterhin alles daransetzen, die Aufwände im Rahmen des Notwendigen zu halten und die Mittel zielgerichtet einzusetzen.

Wir danken Ihnen, geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung.